jenschristianheuer

Archiv für die Kategorie ‘Kurznotizen’

Kurznotizen: Absturz der Weltwirtschaft – EZB senkt Leitzins

In Jens Christian Heuer, Kurznotizen on 8. März 2009 at 21:37

Absturz der Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft befindet sich weiterhin im Sinkflug, der immer mehr Gefahr läuft in einen Sturzflug überzugehen. Ein paar Schlaglichter:

Der Welthandel mit Waren und Dienstleistunggen erlebt derzeit einen Einbruch wie seit dem 2.Weltkrieg nicht mehr. Besonders betroffen davon sind natürlich grosse Exportländer wie Japan, China und Deutschland.

exporte

Quelle: http://www.ftd.de

In Japan gingen, wie jetzt bekannt wurde, die Exporte im Januar 2009 gegenüber dem Vormonat um 10,4 % zurück. Verglichen mit dem Januar 2008 ergab sich sogar ein Minus von 46%! Japans Wirtschaftsleistung ist zu über 50% vom Export abhängig.

Auch Deutschland erlebte einen Einbruch der Exporte. Im letzten Quartal 2008 gingen sie um 7,3% gegenüber dem Vorquartal zurück; gegenüber dem letzten Quartal 2007 waren es minus 5,2%. Einen solchen Rückgang hat es seit 15 Jahren nicht mehr gegeben. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sank im selben Zeitraum gegenüber dem Vorjahr um 2,1%. Auftragseingänge, Industrieproduktion und Ausrüstungsinvestitionen gehen weltweit weltweit dramatisch zurück, seit im Herbst die Finanz- und Weltwirtschaftskrise mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers so richtig Fahrt aufnahm. Die Investitionen sind, infolge der seitdem immer weiter zunehmenden Verunsicherung der Investoren,  weltweit eingebrochen. Eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale!Das zeigen in dramatischer Weise auch die Arbeitslosenzahlen. So gingen in den USA im Februar 2009 über 650.000 Arbeitsplätze verloren. Die Arbeitslosenquote kletterte von 7,6 auf 8,1%. In den beiden Vormonaten sah es ähnlich aus. Einen solchen Anstieg der Arbeitslosigkeit haben die USA seit 1949 nicht mehr erlebt.

EZB senkt Leitzins

Die europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins um 0,5% gesenkt. Der  Zinssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können, sank damit auf 1,5%, das niedrigste Niveau seit Einführung des Euro vor 10 Jahren. Die Zinssenkung soll den Geschäftsbanken die Möglichkeit eröfnen, durch eine Kreditvergabe zu günstigeren Zinssätzen mehr Geld in Umlauf zu bringen, um so Investitionen und Konsum und damit letztendlich die gesamte Wirtschaft anzukurbeln. Doch die Erfolgsaussichten erscheinen leider gering und das aus zwei Gründen:

Durch den extremen Einbruch der Gesamtnachfrage sind die Absatzchancen der Unternehmen derart zurückgegangen, dass mehr Investitionen, die ja normalerweise einer Ausweitung der Produktion dienen bei niedrigeren Zinsen wohl kaum zu erwarten sind, selbst dann, wenn die Zinsen auf Null gesenkt würden.

Hinzu kommt noch, dass die Geschäftsbanken, die Leitzzinssenkungen bisher kaum an ihre Privatkunden (Überziehungs-und Ratenkredite zu Konsumzwecken) weitergeben. Auf diese Weise versuchen die Banken ihre Zinsspanne auzuweiten,um so ihre durch Fehlspekulation entstandenen Bilanzverluste wenigstens zum Teil wettzumachen.  Die Leitzinsabsenkung wird also wahrscheinlich verpuffen.

Die europäische Wirtschaft steckt in einer Liquiditätsfalle und damit bleiben Zinssenkungen leider ohne Wirkung. Damit bleibt nur die Hoffnung auf die in mehreren europäischen Staaten schon angelaufenen Konjunkturprogramme.

Jens Christian Heuer

Quelle: http://www.ftd.de

Kurznotizen: China gegen Protektionismus – Deutsche Wirtschaft

In Jens Christian Heuer, Kurznotizen, Makroökonomie, Politik on 2. Februar 2009 at 22:11

Protektionismus bedroht China

Weltweit sinkt infolge der Wirtschaftskrise die Nachfrage und immer mehr Staaten liebäugeln mit protektionistischen Massnahmen dagegen. So zuletzt auch die USA (siehe Welthandel in Gefahr!). Für Exportnationen wie China bedeutet diese Entwicklung nichts anderes als eine Katastrophe! Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sprach sich daher, nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown am Montag in London, im Kampf gegen die Wirtschaftskrise für eine internationale Zusammenarbeit aus und warnte vor einer Rückkehr zum Protektionismus. Um der Wirtschaftskrise zu begegnen, hat China bereits Ende letzten Jahres ein keynesianisches Konjunkturprogramm in Höhe von umgerechnet 450 Milliarden Euro verabschiedet, das durchaus auch anderen exportierenden Handelsnationen wie etwa Deutschland zugute kommt. Das Wirtschaftswachstum in China war nämlich schon im 4. Quartal 2008 um 2,2 auf 6,8% zurückgegangen. Für das laufende Jahr wird sogar nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 5% gerechnet. 26 Millionen Wanderarbeiter sind schon jetzt durch den enormen Exportrückgang arbeitslos geworden. Auch in den Städten gibt es inzwischen Millionen Arbeitslose. Die chinesische Regierung rechnet angesichts dieser Entwicklung mit landesweiten Unruhen. Um dem Einhalt zu gebieten, denkt die chinesische Regierung bereits über ein weiteres Konjunkturprogramm nach. 

wenjiabaovisitsberlinxugzkkiaaqbl

Gemeinsam gegen Protektionismus: Wen Jiabao und Angela Merkel Quelle: http://www.zimbio.com/ 

Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte ausdrücklich vor den Gefahren des Protektionismus. Bei einem Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidentensprach Wen Jiabao, der vor Großbritannien auch Deutschland besuchte, verabredeten beide Regierungschefs den Handel zwischen Deutschland und China mindestens auf dem Vorjahresniveau zu halten und wenn möglich sogar noch auszubauen.
Quellen: http://www.spiegel.de/, Reuters

 

Mehr Arbeitslose in Deutschland

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Januar durch die Wirtschaftskrise, aber auch durch den ungewöhnlich kalten Winter deutlich verschlechtert. Die Arbeitslosigkeit stieg gegenüber Dezember 2008 um 387.000 auf 3,489 Millionen. Verglichen mit dem Januar 2008 waren  es aber noch 170.000 weniger. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 8,3% (+0,9% im Vergleich zum Vormonat).

 

arbeitslosigkeit-jan-2009

Die Arbeitlosigkeit in Deutschland hat deutlich zugenommen, auch wenn man die saisonbereinigten Zahlen (rote Kurve) zugrunde legt. Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/index.shtml

Nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist nun allerdings der Trend zu mehr Beschäftigung gebrochen! Der jahrelange Beschäftigungsaufbau ist laut BA beendet. Die Arbeitslosigkeit könnte bis ins Jahr 2010 weiter ansteigen und dabei bereits Ende 2009 die 4 Millionen Grenze wieder überschreiten.

Quelle: Reuters

 

Geschäftsklima in Deutschland leicht verbessert

Eine positive Überraschung gab es beim monatlichen IFO-Index für das Geschäftsklima in Deutschland. Der Index wird aus Befragungen über die aktuelle Geschäftslage und die erwartete Entwicklung der nächsten 6 Monate berechnet. Nach einer drastischen Abwärtsbewegung im vergangenen Jahr ist der Index nun wieder leicht gestiegen, befindet sich aber nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau.

 

geschaftsklima-jan-2009

Bessere Aussichten für die deutsche Wirtschaft?  Quelle: http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome

Die augenblickliche Geschäftslage wurde von den Unternehmen sogar noch schlechter bewertet als im Vormonat. Die Zukunftaussichten sahen sie allerdings wieder etwas optimistischer. Dies könnte schon auf einem ersten psychologisch günstigen Effekt durch das gerade erst beschlossene Konjunkturprogramm beruhen. Trotzdem: Die Unternehmen lasten ihre Geräte und Maschinen erheblich weniger aus als noch im Herbst des letzten Jahres und planen auch, Personal abzubauen.

Quelle: http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome

Mehr über das keynesianische Programm gegen Wirtschaftskrisen hier: Die Allgemeine Theorie des John-Maynard Keynes

Jens Christian Heuer

Kurznotizen: Konjunkturprogramm für Deutschland

In Jens Christian Heuer, Kurznotizen, Politik on 24. Januar 2009 at 07:30

Konjunkturpaket I

Das immer wieder als Geldverschwendung oder als zu zaghaft kritisierte Konjunkturpaket der grossen Koalition wird nach einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI, http://www.rwi-essen.de/) schon im Jahre 2009 deutlich positive Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung  in Deutschland zeigen. Der Wachstumsimpuls soll bei 0,5 % liegen, wodurch rund 125.000 Arbeitsplätze erhalten bleiben oder neu entstehen. Im Folgejahr 2010 könnten es bei einem weiteren Impuls von 0,3% sogar 267.000 Arbeitsplätze sein. bild_181

Konjunkturlokomotive nach Anschub bald wieder in Fahrt? Quelle: http://www.technikmuseum-online.de/

Die Auswirkungen des Konjunkturpakets berechnete das RWI im Vergleich zu einem Szenario ohne staatliche Eingriffe mit einem Minuswachstum von 2%. Die Allgemeine Theorie des John Maynard Keynes (vgl. http://keynesianismus.wordpress.com/2008/12/12/die-allgemeine-theorie-des-john-maynard-keynes/) besteht also, entgegen allen Befürchtungen, vielleicht doch am Ende den Praxistest!? Das wäre dann der erste Silberstreif am Horizont in der Weltwirtschaftskrise!

Quelle: http://www.manager-magazin.de/

 

Konjunkturpaket II

Die Abwrackprämie, der umstrittenste Bestandteil des bundesdeutschen Konjunkturpakets, stösst auf unerwartet grosses Interesse. Allein am Montag  gab es 270.000 Anrufe beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), am Dienstag waren es noch einmal 150.000. Die Experten waren von dem Ansturm total überfordert, so dass es den meisten Anrufern nicht gelang zu ihnen durchzukommen. Die wichtigsten Informationen können Interessenten aber auf der Homepage der Bafa unter http://www.bafa.de nachlesen. Auch die Autoverkäufe selbst haben seit dem Inkrafttreten der Abwrackprämie deutlich angezogen. 

vw-renault

Nachfrageschub durch die Abwrackprämie, vor allem für Kleinwagen von VW und Renault  Quelle:  http://autoplenum.de

Gefragt waren zunächst vor allem Kleinwagen der Marken Volkswagen und Renault. Nach Umfragen werden bei 57% der Neuwagenkäufe in Zusammenhang mit der Abwrackprämie auf deutsche Fabrikate entfallen!

Quellen: http://www.spiegel.de/, http://www.welt.de/

 

Konjunkturpaket III

Immer wieder wird gegen das deutsche Konjunkturprogramm der Einwand erhoben, es käme mehr der Wirtschaft im Ausland als in Deutschland zugute, denn Deutschland sei schliesslich vor allem vom Export abhängig und darüber hinaus würden die Massnahmen des Konjunkturpakets auch ausländischen Firmen helfen. Als Beispiel wird immer wieder die  Abwrackprämie genannt. Meine Einschätzung dazu: Wir sind tatsächlich eine Exportnation. Die deutsche Exportquote liegt immerhin bei  40%; eine wirklich beeindruckende Zahl! Das heisst andererseits aber auch, dass die restlichen 60% auf den Binnenmarkt entfallen! Und dem kommt das Konjunkturpaket nun einmal in erheblichem Ausmass zugute! Natürlich profitiert auch das exportierende Ausland. Das ist aber auch völlig in Ordnung, denn schliesslich helfen die von den anderen grossen Wirtschaftsnationen schon längst vorher beschlossenen Konjunkturprogramme  auch der deutschen Wirtschaft weiter und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer hohen Exportquote! Indem alle Handelsnationen sich durch ein keynesianisches Konjunkturprogramm um ihren Binnenmarkt kümmern, wovon natürlich auch das jeweilige exportierende Ausland etwas hat, wird der Welthandel (mit etwas Glück) in Gang gehalten und so vor einem Zusammenbruch bewahrt, wie er sich während der Weltwirtschaftskrise in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts ereignete. Das ist allemal besser, als eine Flucht in den Protektionismus (wie damals) mit all den verhängnisvollen Folgen für Wirtschaft, Wohlstand und Völkerverständigung!

Mehr über das deutsche Konjunkturprogramm hier: Das Konjunkturprogramm der Grossen Koalition

Jens Christian Heuer

Kurznotizen: Obama schliesst Guantanamo!

In Jens Christian Heuer, Kurznotizen, Politik on 22. Januar 2009 at 22:03

Obama schliesst Guantanamo

Barack Obama hat eines seiner wichtigsten Wahlversprechen eingelöst. Durch einen präsidialen Erlass schloss er heute das extralegale Gefangenenlager in Guantanamo Bay auf Kuba, wo Personen, die von der amerikanischen Regierung des  Terrorismus  verdächtigt wurden, schon jahrelang ohne Prozess festgehalten und oft auch misshandelt werden. Militär und Geheimdienste haben 1 Jahr Zeit das lager zu schliessen. Innerhalb dieser Zeitspanne soll der überwiegende Anteil unschuldiger Gefangener freigelassen und ihnen eine Rückkehr in ihre Heimatländer ermöglicht werden. Bei Personen, gegen die handfeste Verdachtsmomente vorliegen, werden Gerichtsverfahren nach rechtsstaatlichen Prinzipien vorbereitet.

8847330

In Guantanamo werden auch viele Unschuldige schon seit Jahren unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten. Quelle: dpa

Mit einem zweiten Erlass will Obama auch alle, über die Welt verteilten CIA-Geheimgefängnisse schliessen und Folter in jeder Form ausdrücklich verbieten. Ein guter Tag für Rechtsstaat, Demokratie und  Menschenrechte!!

Quellen: Reuters,  http://www.spiegel.de/, http://www.ftd.de/

Jens Christian Heuer

Kurznotizen: Lantagswahl Hessen 2009

In Jens Christian Heuer, Kurznotizen, Politik on 19. Januar 2009 at 17:29

Lantagswahlen in Hessen 2009 I

In Hessen wurde am Sonntag, den 18. Januar 2009 einneuer Landtag gewählt. Das vorläufige amtliche Endergebnis:

Art der Angabe Landesstimmen
2009 2008 Veränderung zu 2008
Anzahl % Anzahl % Anzahl %-Pkte.
Wahlberechtigte 4 375 269 - 4 370 463 - 4 806 -
Wähler 2 670 412 - 2 811 073 - -140 661 -
Wahlbeteiligung - 61,0 - 64,3 - -3,3
Ungültige Stimmen 78 555 2,9 68 114 2,4 10 441 0,5
Gültige Stimmen 2 591 857 97,1 2 742 959 97,6 -151 102 -0,5
davon entfielen auf
CDU 963 800 37,2 1 009 775 36,8 -45 975 0,4
SPD 614 653 23,7 1 006 264 36,7 -391 611 -13,0
FDP 420 383 16,2 258 550 9,4 161 833 6,8
GRÜNE 356 007 13,7 206 610 7,5 149 397 6,2
DIE LINKE 139 080 5,4 140 769 5,1 -1 689 0,3
REP 15 697 0,6 27 724 1,0 -12 027 -0,4
FREIE WÄHLER 42 139 1,6 24 327 0,9 17 812 0,7
NPD 22 184 0,9 24 004 0,9 -1 820 0,0
PIRATEN 13 784 0,5 6 962 0,3 6 822 0,2
BüSo 4 130 0,2 1 118 0,0 3 012 0,2
Die Tierschutzpartei - - 15 909 0,6 - -
PSG - - 1 035 0,0 - -
Volksabstimmung - - 3 130 0,1 - -
GRAUE - - 4 810 0,2 - -
Die Violetten - - 2 380 0,1 - -
FAMILIE - - 7 817 0,3 - -
UB - - 1 775 0,1 - -

Die Abgeordnetenmandate verteilen sich wie folgt:

Partei Anzahl der Sitze im Hessischen Landtag 2009
insgesamt davon Gewinn/Verlust zu 2008
in den
Wahl-
kreisen
aus der
Landes-
Liste
insge-
samt
davon
in den
Wahl-
kreisen
aus der
Landes-
liste
CDU 46  46 0 4 18 -14
SPD 29  9 20 -13 -18 5
FDP 20  0 20 9 0 9
GRÜNE 17  0 17 8 0 8
DIE LINKE 0 6 0 0 0
Summe 118 * 55 63 8 0 8

Quelle: http://www.statistik-hessen.de/S12.htm

FDP und GRÜNE waren die grossen Wahlsieger, während die SPD ein Desaster erlebte. Ursache war sicherlich das gebrochene, mehrfach bekräftigte Wahlversprechen Im Vorfeld der Landtagswahl 2008, bei einer möglichen Regierungsbildung nicht mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten.  Die CDU unter Roland Koch kann zwar jetzt zusammen mit der FDP eine bürgerliche Regierung bilden, doch die absolute Zahl ihrer gewonnenen Wählerstimmen lag noch unter dem niederschmetternden Ergebnis des Vorjahres. landtagswahl08_plakatlinks  Das ist vor allem auf ihren relativ unbeliebten Kandidaten und derzeitigen und ganz sicher auch zukünftigen Ministerpräsidenten Roland Koch zurückzuführen, der in der Vergangenheit leider immer dann, wenn es politisch eng für ihn wurde, nie zögerte, fremdenfeindliche Ressentiments zu  schüren. Ein abschreckendes Beispiel ist das hier gezeigte Wahlplakat der CDU aus dem Wahlkampf 2008. Auch die Bildungspolitik der CDU war und ist umstritten. Dabei ging es um die Alternative dreigliedriges Schulsystem oder Gesamtschule und um den von den Christdemokraten durchgesetzten verkürzten Weg zum Abitur. Die Linkspartei, welche die letzten Umfragen vor der Wahl schon unterhalb der 5% – Hürde sahen, hat doch noch den Wiedereinzug in den Landtag geschafft. Sie konnte aber keine Stimmen hinzugewinnen, sondern verlor sogar leicht, da sie in letzter Zeit mehr mit sich selbst als mit dem Wahlkampf um die wichtigen Themen beschäftigt war.

Lantagswahlen in Hessen 2009 II

Nach ihrem grandiosen Wahlsieg will die FDP die dadurch veränderten Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat nutzen, um Änderungen bei dem von der Partei kritisierten Konjunkturpaket durchzusetzen. Der FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn deutete an, dass es um weitere Steuersenkungen gehe und wies auf das seiner Ansicht nach bestehende Missverhältnis zwischen der vorgesehenen 2500 Euro Abwrackprämie für alte Autos bei Kauf eines Neuwagens und einer geplanten einmaligen Kinderprämie von lediglich 100 Euro. Ein Blockade des Konjunkturprogramms im Bundesrat werde es aber nicht geben.

Quelle: Reuters

Jens Christian Heuer