Absturz der Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft befindet sich weiterhin im Sinkflug, der immer mehr Gefahr läuft in einen Sturzflug überzugehen. Ein paar Schlaglichter:
Der Welthandel mit Waren und Dienstleistunggen erlebt derzeit einen Einbruch wie seit dem 2.Weltkrieg nicht mehr. Besonders betroffen davon sind natürlich grosse Exportländer wie Japan, China und Deutschland.

Quelle: http://www.ftd.de
In Japan gingen, wie jetzt bekannt wurde, die Exporte im Januar 2009 gegenüber dem Vormonat um 10,4 % zurück. Verglichen mit dem Januar 2008 ergab sich sogar ein Minus von 46%! Japans Wirtschaftsleistung ist zu über 50% vom Export abhängig.
Auch Deutschland erlebte einen Einbruch der Exporte. Im letzten Quartal 2008 gingen sie um 7,3% gegenüber dem Vorquartal zurück; gegenüber dem letzten Quartal 2007 waren es minus 5,2%. Einen solchen Rückgang hat es seit 15 Jahren nicht mehr gegeben. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sank im selben Zeitraum gegenüber dem Vorjahr um 2,1%. Auftragseingänge, Industrieproduktion und Ausrüstungsinvestitionen gehen weltweit weltweit dramatisch zurück, seit im Herbst die Finanz- und Weltwirtschaftskrise mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers so richtig Fahrt aufnahm. Die Investitionen sind, infolge der seitdem immer weiter zunehmenden Verunsicherung der Investoren, weltweit eingebrochen. Eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale!Das zeigen in dramatischer Weise auch die Arbeitslosenzahlen. So gingen in den USA im Februar 2009 über 650.000 Arbeitsplätze verloren. Die Arbeitslosenquote kletterte von 7,6 auf 8,1%. In den beiden Vormonaten sah es ähnlich aus. Einen solchen Anstieg der Arbeitslosigkeit haben die USA seit 1949 nicht mehr erlebt.
EZB senkt Leitzins
Die europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins um 0,5% gesenkt. Der Zinssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können, sank damit auf 1,5%, das niedrigste Niveau seit Einführung des Euro vor 10 Jahren. Die Zinssenkung soll den Geschäftsbanken die Möglichkeit eröfnen, durch eine Kreditvergabe zu günstigeren Zinssätzen mehr Geld in Umlauf zu bringen, um so Investitionen und Konsum und damit letztendlich die gesamte Wirtschaft anzukurbeln. Doch die Erfolgsaussichten erscheinen leider gering und das aus zwei Gründen:
Durch den extremen Einbruch der Gesamtnachfrage sind die Absatzchancen der Unternehmen derart zurückgegangen, dass mehr Investitionen, die ja normalerweise einer Ausweitung der Produktion dienen bei niedrigeren Zinsen wohl kaum zu erwarten sind, selbst dann, wenn die Zinsen auf Null gesenkt würden.
Hinzu kommt noch, dass die Geschäftsbanken, die Leitzzinssenkungen bisher kaum an ihre Privatkunden (Überziehungs-und Ratenkredite zu Konsumzwecken) weitergeben. Auf diese Weise versuchen die Banken ihre Zinsspanne auzuweiten,um so ihre durch Fehlspekulation entstandenen Bilanzverluste wenigstens zum Teil wettzumachen. Die Leitzinsabsenkung wird also wahrscheinlich verpuffen.
Die europäische Wirtschaft steckt in einer Liquiditätsfalle und damit bleiben Zinssenkungen leider ohne Wirkung. Damit bleibt nur die Hoffnung auf die in mehreren europäischen Staaten schon angelaufenen Konjunkturprogramme.
Jens Christian Heuer
Quelle: http://www.ftd.de
Erst einmal Kritik:
Als Quelle ist die FTD genannt – aber die Nennung reicht nicht aus. Es ist mir nicht gelungen die entsprechenden Stellen bei der FTD zu finden. Also entweder den vollständigen Link zu den Quellen oder wenigstens die Quelle genauer (Datum?, Printausgabe Seite?, online-Ausgabe?).
Ich hatte schon ein paar mal geschrieben, Schuldner sind schlechte Käufer und Deutschland verschenkt seinen Exportüberschuß. Beides bestätigt sich in der Krise.
Aber es gibt immer noch Probleme. Wenn ich lese „in der Krise sind schon 50 Bill. Dollar an Werten verbrannt worden“ dann zeigt das, daß das Wesen noch nicht verstanden ist: es gab diese Werte nie.
Wenn 1% der Aktien gehandelt werden, dann werden alle Aktien so behandelt, als ob alle Aktien den Handelswert haben und ähnliches.
Real sind nur Vermögen, für die Realität steht. Solange die Finanzwelt einigermaßen in Ordnung war, war der Anstieg der Vermögen etwa gleich dem Anstieg der Realwerte. Weil der Anstieg der Realwerte (es wird nur so viel produziert, wie gekauft wird), gemessen an dem potentiellen Produktionsmöglichkeiten, gering war, wurde eine Finanzblase aufgeblasen und der Inhalt an heißer Luft als Wert bezeichnet:
1980 lag das Bruttosozialprodukt bei 10 Billionen Dollar und das Finanzvermögen bei 12 Billionen Dollar.
Die entsprechenden Zahlen für 2008: Bruttosozialprodukt bei 60 Billionen Dollar und das Finanzvermögen bei 200 Billionen Dollar.
Bezogen auf 1980 hat das echte Finanzvermögen bei 72 Billionen Dollar gelegen. Von 72 Billionen Dollar bis 200 Billionen Dollar ist also 128 Billionen Dollar nur heiße Luft. Von dieser heißen Luft sind bis jetzt ca. 50 Billionen Dollar aus der Blase entwichen und die restlichen 78 Billionen Dollar werden wahrscheinlich auch noch entweichen. Von dem Entweichen heißer Luft als Wertverlust zu sprechen ist schon ein Witz.
Wahrscheinlich wird am Ende der Krise so viel abgeschrieben sein, daß wieder reale Verhältnisse einkehren. Dann sind auch die offenen Forderungen Deutschlands aus dem Exportüberschhuß abgeschrieben und es ist dann ganz deutlich, daß der Exportüberschuß der vergangenen Jahre verschenkt wurde.
MfG