Protektionismus bedroht China
Weltweit sinkt infolge der Wirtschaftskrise die Nachfrage und immer mehr Staaten liebäugeln mit protektionistischen Massnahmen dagegen. So zuletzt auch die USA (siehe Welthandel in Gefahr!). Für Exportnationen wie China bedeutet diese Entwicklung nichts anderes als eine Katastrophe! Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sprach sich daher, nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Gordon Brown am Montag in London, im Kampf gegen die Wirtschaftskrise für eine internationale Zusammenarbeit aus und warnte vor einer Rückkehr zum Protektionismus. Um der Wirtschaftskrise zu begegnen, hat China bereits Ende letzten Jahres ein keynesianisches Konjunkturprogramm in Höhe von umgerechnet 450 Milliarden Euro verabschiedet, das durchaus auch anderen exportierenden Handelsnationen wie etwa Deutschland zugute kommt. Das Wirtschaftswachstum in China war nämlich schon im 4. Quartal 2008 um 2,2 auf 6,8% zurückgegangen. Für das laufende Jahr wird sogar nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 5% gerechnet. 26 Millionen Wanderarbeiter sind schon jetzt durch den enormen Exportrückgang arbeitslos geworden. Auch in den Städten gibt es inzwischen Millionen Arbeitslose. Die chinesische Regierung rechnet angesichts dieser Entwicklung mit landesweiten Unruhen. Um dem Einhalt zu gebieten, denkt die chinesische Regierung bereits über ein weiteres Konjunkturprogramm nach.

Gemeinsam gegen Protektionismus: Wen Jiabao und Angela Merkel Quelle: http://www.zimbio.com/
Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte ausdrücklich vor den Gefahren des Protektionismus. Bei einem Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidentensprach Wen Jiabao, der vor Großbritannien auch Deutschland besuchte, verabredeten beide Regierungschefs den Handel zwischen Deutschland und China mindestens auf dem Vorjahresniveau zu halten und wenn möglich sogar noch auszubauen.
Quellen: http://www.spiegel.de/, Reuters
Mehr Arbeitslose in Deutschland
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Januar durch die Wirtschaftskrise, aber auch durch den ungewöhnlich kalten Winter deutlich verschlechtert. Die Arbeitslosigkeit stieg gegenüber Dezember 2008 um 387.000 auf 3,489 Millionen. Verglichen mit dem Januar 2008 waren es aber noch 170.000 weniger. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 8,3% (+0,9% im Vergleich zum Vormonat).

Die Arbeitlosigkeit in Deutschland hat deutlich zugenommen, auch wenn man die saisonbereinigten Zahlen (rote Kurve) zugrunde legt. Quelle: http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/index.shtml
Nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist nun allerdings der Trend zu mehr Beschäftigung gebrochen! Der jahrelange Beschäftigungsaufbau ist laut BA beendet. Die Arbeitslosigkeit könnte bis ins Jahr 2010 weiter ansteigen und dabei bereits Ende 2009 die 4 Millionen Grenze wieder überschreiten.
Quelle: Reuters
Geschäftsklima in Deutschland leicht verbessert
Eine positive Überraschung gab es beim monatlichen IFO-Index für das Geschäftsklima in Deutschland. Der Index wird aus Befragungen über die aktuelle Geschäftslage und die erwartete Entwicklung der nächsten 6 Monate berechnet. Nach einer drastischen Abwärtsbewegung im vergangenen Jahr ist der Index nun wieder leicht gestiegen, befindet sich aber nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau.

Bessere Aussichten für die deutsche Wirtschaft? Quelle: http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome
Die augenblickliche Geschäftslage wurde von den Unternehmen sogar noch schlechter bewertet als im Vormonat. Die Zukunftaussichten sahen sie allerdings wieder etwas optimistischer. Dies könnte schon auf einem ersten psychologisch günstigen Effekt durch das gerade erst beschlossene Konjunkturprogramm beruhen. Trotzdem: Die Unternehmen lasten ihre Geräte und Maschinen erheblich weniger aus als noch im Herbst des letzten Jahres und planen auch, Personal abzubauen.
Quelle: http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome
Mehr über das keynesianische Programm gegen Wirtschaftskrisen hier: Die Allgemeine Theorie des John-Maynard Keynes
Jens Christian Heuer